Open-House: Commercial Printing & Connected ServicesKoenig & Bauer informiert umfassend über digitale Transformation und Connected Services (2/3)

  • Durchgängiger Druckerei-Workflow in der Praxis
  • Autonomes Drucken mit AutoRun
  • Fliegender Jobwechsel mit FlyingJobChange
  • Breakout-Sessions: High-Volume-Akzidenzdruck und Etikettenproduktion

Am 16. und 17. Mai informierte Koenig & Bauer Druckfachleute aus allen Teilen der Welt unter dem Motto „Koenig & Bauer 4.0 – Commercial Printing & Connected Services“ umfassend über digitale Transformation und datenbasierte Services im Akzidenzdruck.

LED-UV-Produktion an einer Rapida 76 mit 18.000 Bogen/h: Die Technologie ermöglicht die sofortige Weiterverarbeitung der Bogen nach dem Druck (1)

Die Veranstaltung (s. hierzu auch Presseinformation 031/2019) begann mit dem Druck auf einer Rapida 76. Sie produzierte einen Job in LED-UV-Technologie und zeigte, dass der Akzidenzdruck nicht nur aus 4 über 4-Produktionen besteht. Dirk Winker, Bereichsleiter Verfahrenstechnik bei Koenig & Bauer Sheetfed, nutzte die Möglichkeit, um Vorteile der LED-UV-Technologie für den Akzidenzdruck vorzustellen: gleichbleibend höchste Druckqualität, mehr Vielfalt in der Bedruckstoffpalette, schnelle Weiterverarbeitung und nicht zuletzt ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.

Um beim gigantischen Portfolio an Akzidenzaufträgen die Übersicht zu bewahren und am Ende das richtige Produkt zum richtigen Liefertermin zu produzieren, ist ein durchgängiger Druckerei-Workflow mit MIS unabdingbar. Alexander Stern, Workflow-Experte bei Koenig & Bauer, erläuterte aus Produktionssicht zwei Konzepte:

  • Standardisierung und Spezialisierung auf definierte Produkte
  • Erhalt der Produktvariabilität und Aufbau eines flexiblen Verwaltungssystems, das die Produktion bei hoher Komplexität effizient hält

Alexander Stern (l.) erläuterte das Workflow-Konzept von Koenig & Bauer, das die komplette Prozesskette entlang der Wertschöpfung abbildet (2)

Beide Wege haben sich bewährt und bieten funktionierende Geschäftsmodelle für die Zukunft. Der Workflow von Koenig & Bauer bildet die komplette Prozesskette entlang der Wertschöpfung ab. Optimus Dash steuert die Unternehmensprozesse in Echtzeit und bietet die erforderliche Flexibilität – von der Auftragsverfolgung, Produktions- und Lagerverwaltung über Verkaufsverwaltung, Fremddienstleistungsmanager bis hin zur FiBu-Schnittstelle und vielem mehr. Aus diesem Funktionsumfang ergeben sich Vorteile wie perfekte Kommunikation zwischen allen Abteilungen, Lean Management, Aufzeigen von Optimierungspotenzialen und Kostenfokus.

Vollautomatischer Workflow

An einer Rapida 105 PRO zeigt Dirk Winkler (l.) den Druck mehrerer Akzidenzaufträge im AutoRun-Prozess (3)

Nach dem Anlegen von typischen Akzidenzjobs gingen diese auf einer Rapida 105 PRO mit sechs Farbwerken und Lackausstattung in Produktion. Die Maschine ist unter anderem mit wellenlosem DriveTronic-Anleger, DriveTronic SRW, CleanTronic-Waschsystemen und auskuppelbaren Farbwerken ausgestattet. Sie druckte vollständig autonom im AutoRun-Prozess, bei dem die Bediener Druck- und Rüstprozesse ohne manuelles Eingreifen entspannt überwachen. Nach Jobende startet der Rüstprozess automatisch. Die Produktion des Folgejobs beginnt ebenso automatisch nach dem Rüsten. Sobald die Messtechnik automatisch „Gutbogen“ entscheidet, beginnt die Rapida 105 PRO ohne manuelle Eingriffe mit der Produktion des Folgejobs. AutoRun bietet damit folgende Vorteile:

  • vollautomatischer Workflow
  • optimale Nutzung simultaner Prozesse
  • kürzeste Rüstzeiten zwischen den Aufträgen
  • minimale Anlaufmakulatur bis zum Start des Gutbogenzählers

Die Qualitätssicherungssysteme an der Maschine leisten einen wichtigen Beitrag zum vollautomatischen Workflow. Dazu gehören das Inline-Messsystem QualiTronic ColorControl, das für konstante Druckqualität über die gesamte Auflage hinweg sorgt. In Verbindung mit QualiTronic PrintCheck findet gleichzeitig eine Bogeninspektion statt. Mit QualiTronic PDFCheck erfolgt zusätzlich ein Vergleich der gedruckten Bogen mit dem Vorstufen-PDF. Durch auftragsbezogene Protokolle besteht ein konsequenter und durchgängiger Nachweis der Druckqualität. Ein Ampelsystem informiert den Drucker über die gemessene Qualität.

Im Gespräch mit Moderator Sven Oswald (l.) erläuterte Thomas Göcke, Leiter Marketing & CRM von Koenig & Bauer Sheetfed, die Performance Reports, die Leistungsdaten der Maschinen in übersichtlicher grafischer Form darstellen (5)

Auf das Drucken folgt das Schneiden. Optimus Dash sendet das Schneidprogramm via JDF-Workflow an die Schneidlinie Perfecta 132, damit der Operator auch dort sicher und fehlerfrei arbeiten kann. Auf Basis der angefallenen Produktionszeiten generiert Optimus mit wenigen Mausklicks einen CostBreakDown. Über Terminals, die direkt mit den Weiterverarbeitungsmaschinen verbunden sind, erfasst das MIS die Betriebsdaten der Postpress. Die Fachbesucher der Open-House-Veranstaltung konnten auf diese Weise einen vollstufigen Druckereiworkflow bis hin zu fertigen Produkten mitverfolgen.

Für die Weiterverarbeitung sorgte eine Schneidlinie Perfecta 132. Auch sie war in den JDF-Workflow eingebunden (4)

Breakout-Sessions: High-Volume-Akzidenz und Etikettenproduktion

Breakout-Sessions beschäftigten sich mit dem High-Volume-Akzidenzdruck, der Etikettenproduktion inkl. Veredelung sowie vertiefenden Informationen zum MIS.

In der High-Volume-Session produzierten zwei Rapida 106 mit acht Farbwerken und Bogenwendung für die 4 über-4-Produktion jeweils eine der beiden Maschinen im konventionellen und im LED-UV-Prozess. An der konventionellen Maschine wurde QualiTronic PDFCheck mit insgesamt drei Messtechnik-Funktionen gezeigt: Inline-Farbmessung, Bogeninspektion und Vergleich der Druckbogen gegen das Vorstufen-PDF. Neu dabei, alle drei Funktionen deckt ein einziges Kamerasystem ab.

An der LED-UV-Maschine konnten sich die Fachleute live davon überzeugen, dass die Bogen trocken aus der Rapida 106 kamen und sofort weiterverarbeitet werden konnten. Beim Druck vielfältiger Aufträge in LED-UV-Technologie lief die Maschine nach dem Produktionsstart ohne manuelle Eingriffe mit ErgoTronic AutoRun. Zum Abschluss wurde als höchste Automatisierungsform der fliegende Jobwechsel (FlyingJobChange) gezeigt. Während ein Teil der Druckwerke automatisch rüstete, produziert der andere. Nach dem automatischen Ein- und Ausgliedern der entsprechenden Werke ging die Maschine mit dem Folgeauftrag in Produktion: bei Jobwechselzeiten von „0“ Minuten.

In den Breakout-Sessions liefen an Mittelformat-Bogenoffsetmaschinen der Baureihe Rapida 106 Akzidenzproduktionen mit Druckleistungen bis zu 20.000 Bogen/h (6)

In der anderen Breakout-Session sahen die Gäste Druck und Inline-Veredelung an der halbformatigen Rapida 75 PRO. Dabei kamen Drip-off-Effekte zum Einsatz. Eine Sechsfarben-Rapida 106 mit Kaltfolienmodul, Lackausstattung und Rolle-Bogen-Anleger RS 106 produzierte mit Leistungen bis zu 20.000 Bogen/h Etiketten. Im Anschluss wurden alle Aufträge live auf der Rapida RDC 106 gestanzt. Die Gäste überzeugten sich hautnah von den vielen Vorteilen des rotativen Prozesses. Dazu gehören schnelles Einrichten auch bei unterschiedlichen Formaten, schnelle Jobwechsel, hohe Bedruckstoff-Flexibilität sowie hohe Produktionsleistungen bei einem einfachen Bedienkonzept.

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Martin Dänhardt

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