Konzern entwickelt sich auch in angespannter Weltwirtschaftslage weiterKoenig & Bauer rüstet sich für die Zukunft

  • Fokus weiterhin auf den Wachstumsmarkt Verpackung
  • Klares Bekenntnis zur Fortführung der bisherigen Portfoliostrategie
  • Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen bleiben unangetastet

Zur Stärkung der Positionierung als führender Anbieter von Verpackungs-, Industrie-, Wertpapierdruck und Weiterverarbeitung sowie zur Steigerung der operativen Ertragskraft der Koenig & Bauer-Gruppe wurde vom Vorstand des Unternehmens über die letzten Monate das Effizienzprogramm „Performance 2024“ weiterentwickelt und ausgeweitet. Bei Fortführung und Beschleunigung aller Innovations-, Prozess- und Produktentwicklungen sollen jährliche Kosteneinspareffekte in einer Größenordnung von dann über 100 Mio. € steigend bis 2024 erreicht werden. Die hierfür erforderlichen Einmalkosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich werden im Geschäftsjahr 2020 aufwandswirksam als Rückstellung in das Konzernergebnis eingehen.

Die für das Effizienz-Programm "Performance 2024" zuständigen Vorstände erläutern den Mitarbeitern die Maßnahmen, die es dem Unternehmen ermöglichen, sich auch in angespannter Weltwirtschaftslage weiterzuentwickeln (v.l.n.r.: Michael Ulverich, COO, Claus Bolza-Schünemann, CEO, Dr. Andreas Pleßke, Segmentvorstand) (1)

Die von Koenig & Bauer maßgeblich adressierten Endmärkte, wie der strukturell wachsende Verpackungs- und Industriedruck, sind fundamental intakt. Dies zeigt sich deutlich in der aktuell guten Auslastung der Verpackungsdrucker für Nahrungsmittel, Getränke, Pharmazeutika und dem boomenden Onlinehandel. Dennoch verschieben Kunden Neuinvestitionen in Anbetracht zahlreicher Unsicherheiten infolge der Covid-19 Pandemie.

Primär zielt das über vier Jahre laufende Programm mit einer Reihe von Maßnahmen auf die langfristige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Durch eine Vielzahl von Initiativen wird das Maschinenprogramm entsprechend den Marktbedürfnissen weiterentwickelt, Prozesse digitalisiert und gleichzeitig Herstellkosten gesenkt. Koenig & Bauer fokussiert sich weiter auf durchgängige Systemlösungen und die Optimierung der Total Cost of Ownership (TCO) für die Kunden. Die Investitionen in den direkten Wellpappen- und Digitaldruck sowie das Joint Venture mit der Durst-Gruppe werden vorangetrieben. Neuentwicklungen für den Wertpapierdruck sind in Arbeit. Koenig & Bauer bestätigt das aktuelle Produktportfolio und wird dieses konsequent ausbauen. Auch die weitere Digitalisierung der Serviceangebote steht im Fokus.

Das Performance-Programm hat neben der Effizienzsteigerung auch die Skalierung des Konzerns im Blick, da in den nächsten Jahren aufgrund der weltwirtschaftlichen Situation, weiterhin geltenden Reisebeschränkungen und durch die sich verschärfenden Covid-19 Entwicklungen nur ein moderates Umsatzwachstum und ein Erreichen des Vorkrisenniveaus kurzfristig nicht erwartet wird.

Die Portfoliostrategie von Koenig & Bauer hat sich als Erfolgsbaustein erwiesen und wird fortgeführt - z.B. mit der Rapida 106 X - dem neuen Leistungsmaßstab im industriellen Druck (2)

Der Aufsichtsrat war in den Evaluierungsprozess eng eingebunden und hat nach eingehender Beratung und umfassender Diskussion diesem Programm in seiner Sitzung vom 28. September 2020 zugestimmt.

Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner erläutert: „Neben der strategischen Weiterentwicklung der Koenig & Bauer-Gruppe hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit den vom Vorstand mit großer Expertise und Engagement erarbeiteten Plänen zur Steigerung der operativen Ertragskraft und Performance des Konzerns befasst und unsere Erfahrungen sowie unser Know-how in den Evaluierungsprozess eingebracht. Mit dem Programm Performance 2024 werden die Grundlagen für eine profitable Unternehmensentwicklung mit interessanten Zukunftsperspektiven für neue Märkte und Technologien geschaffen.“

Die kurz- und mittelfristigen Maßnahmen werden von 2021 bis 2024 wirken, für 2020 wird durch den sich international verschärfenden Verlauf der Covid-19 Pandemie eine negative Auswirkung auf den Geschäftsverlauf in Q3 und Q4 weiterhin erwartet. Zusätzlich wird die beabsichtigte Einführung einer neuen, internen Richtlinie zur Umsatzbilanzierung im Segment Sheetfed in 2020 eine einmalige bilanzielle Verschiebung von ca. 40 - 60 Mio. € Umsatz sowie 9 - 12 Mio. € EBIT nach 2021 verursachen.

Nach Abschluss des Programms soll ein Umsatzniveau in der Koenig & Bauer-Gruppe von rund 1,3 Mrd. € erreicht werden. Auf der Ertragsseite strebt der Vorstand nach Umsetzung der verabschiedeten Kosten- und Strukturanpassungen mittelfristig weiterhin eine Umsatzrendite von mindestens 7 % sowie eine Absenkung des Working Capital Bedarfs auf ein durchschnittliches Niveau von 25 % des jährlichen Umsatzes an.

Das verabschiedete Programm sieht vor:

  • Eine Veränderung der Supply Chain Organisation durch Anpassung der konzernweiten Strukturen, Prozesse der Beschaffung und Produktion in einer Organisation sowie innovative Ansätze der Teile- und Komponentenoptimierung
  • Anpassung der Kosten- und Personalstrukturen sowie Verbesserung der Produktivität durch Prozessstraffungen und Standardisierungen
  • Steigerung der Effektivität und Effizienz in der Entwicklung sowie Konstruktion durch Produkt-, Prozess- und Organisationsoptimierungen wie Design-to-Cost-Projekte
  • Fortsetzung und Beschleunigung der Entwicklung neuer Produkte für die Bereiche Verpackung im Bogen- und Rollendruck mit analoger und Digitaldrucktechnik, Hohlkörperbedruckung, Weiterverarbeitung sowie Lösungen für die Banknotenproduktion
  • Kostensenkung der Administration mit weiterer Bündelung von Aufgaben als Shared Services, Anpassung der Vertriebs- und Servicestrukturen
  • Optimierung der Produktions- und Montagewerke unter Einschluss der konzerninternen Bündelung, Verlagerung und Neuausrichtung von Produktion und Montagen.

In den Technologie- und Kundenzentren wird konsequent das Maschinenprogramm weiterentwickelt, um neue Märkte zu adressieren und Zukunftsperspektiven zu schaffen (3)

Zusätzlich zu den bereits laufenden Maßnahmen wie Abbau von Überstunden und Leiharbeit, Einstellungsstopp und Kurzarbeit sind nach den heute verabschiedeten Maßnahmen im Konzern zwischen 700 bis 900 Arbeitsplätze kurz- und mittelfristig betroffen. Die Anpassungen werden in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen und Sozialpartnern besprochen und verhandelt. Neben einem erforderlichen sozialverträglichen Abbau ist das Ziel, durch innovative Wege eine mittelfristige Rückkehr zum geplanten Konzernwachstum zu erreichen.

„Wir haben heute weitreichende Entscheidungen für Koenig & Bauer getroffen, die durch weltwirtschaftliche, negative Veränderungen sowie permanenten Wandel der Kundenbedürfnisse erforderlich sind. Sie sind auch mit schmerzlichen Einschnitten für die Belegschaft verbunden. Dieser schwere und schwierige Schritt ist uns nicht leicht gefallen, aber ist für die langfristige Zukunftssicherung unseres seit 203 Jahren bestehenden Unternehmens zwingend erforderlich“, unterstrich der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann

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Dagmar Ringel
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